Berichte

Begegnung in der ehemaligen Synagoge

 

Karin Fust vom Verein „Flüchtlingshilfe Maifeld e.V.“ hatte eingeladen und 14 jugendliche und erwachsene Flüchtlinge kamen am Fastnachtssonntag ins Pfarrheim, um sich über die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Münstermaifeld zu informieren.

Dabei waren auch Herr Fuhrmann, ehemaliger Schulleiter, und Herr Becker, ehemaliger Lehrer am Kurfürst-Balduin-Gymnasium sowie Frau Elz-Eichler. Alle drei sind seit vielen Jahren Mitglieder im Förderverein Synagoge Münstermaifeld e.V.

Herr Fuhrmann eröffnete die Gesprächsrunde mit einem Brief, den Erna Kaufmann an ihre nach Palästina geflohene Schwester Nora 1937 geschrieben hatte. Erna erzählt darin ein wenig von der damaligen Situation in Münstermaifeld, die geprägt war von der Flucht auf der einen und dem Verlust der Verwandten und Freunde auf der anderen Seite. Herr Fuhrman schilderte eindringlich die damalige Zeit mit den Einschränkungen und Verfolgungen, denen die Juden unterworfen waren. Geschäfte wurden geschlossen, Berufe durften nicht mehr ausgeübt werden. Schülerinnen und Schüler mussten ihre Schulen verlassen.

Nach einer sehr interessanten Diskussion, bei der viele Fragen zur Sprache kamen, ging die Gruppe in die ehemalige Synagoge. Dort erzählte Herr Becker ein wenig über den Verein und seine Entstehung. Anhand der Dauerausstellung wurden weitere Fragen beantwortet.

Anschließend ging es zurück ins Pfarrheim, wo die Gespräche bei Pizza und Getränken weiter gingen. Viele Gemeinsamkeiten in den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam wurden festgestellt, aber auch die Unterschiede kamen zur Sprache.

Beide Seiten waren sich einig, dass alle viel voneinander gelernt hatten. Und das Interesse an einer weiteren Gesprächsrunde zu welchem Thema auch immer wurde von allen bekundet.

Und so funktioniert Integration! Lernen wir voneinander!