Liebe Mitglieder,

 

auf Grund der anhaltend extrem hohen Inzidenzen haben wir im Vorstand beschlossen, die für Dezember 2021 geplante Jahreshauptversammlung ins Frühjahr 2022 zu verschieben. Wir halten es z. Zt. für nicht verantwortbar eine Versammlung abzuhalten, selbst wenn alle TeilnehmerInnen geimpft wären, und hoffen auf Ihr Verständnis für diese Entscheidung.

 

Leider konnten wir wegen der Pandemie im vergangenen Jahr nur wenige Veranstaltungen durchführen. Ein für Juni geplantes Konzert wurde von den Musikern abgesagt. Sie hatten wegen der vorgegebenen Maßnahmen nicht genug proben können.

 

Am 10.Juli waren dann „Klezfluentes“ zu Gast. An einem wunderschönen Sommerabend konnten zahlreiche BesucherInnen auf dem Platz vor der Synagoge der mitreißenden Musik lauschen. Alle, Musiker und ZuhörerInnen, genossen es wieder einmal live Musik zu spielen und zu hören. Ein lange vermisster Genuss!

 

Im September folgten innerhalb einer Woche gleich drei Veranstaltungen:

Am 12. September öffnete die Synagoge für den Tag des offenen Denkmals. Besonders gut besucht waren die beiden Führungen, die Herr Fuhrmann durch die Stadt zu den Stätten der ehemaligen jüdischen Gemeinde führte. Die BesucherInnen waren überrascht, wieviel noch Unbekanntes ihnen durch die sachkundigen Erläuterungen erklärt wurden.

Doch auch neben den Führungen konnten trotz 2G+ viele Interessierte in der Synagoge begrüßt werden.

 

Leider weniger Interessierte konnten wir zur Lesung von Tilman Röhrig „Und morgen eine neue Welt“ begrüßen. Moderiert von Petra Reategui hörten wir manches Bemerkenswerte und Unterhaltende aus dem Leben von Engels und Marx. Der Abend hätte deutlich mehr ZuhörerInnen verdient.

 

Am 19 September folgte dann die Verlegung des Stolpersteins für Boleslaw Stachowiak in Mörz. Rund 50 BesucherInnen verfolgten die würdige Zeremonie, die auf Anregung Mörzer BürgerInnen in Zusammenarbeit von Förderverein und Ortsteil Mörz veranstaltet wurde.

Eine Broschüre des Fördervereins mit dem Titel „Protokoll einer Hinrichtung – Boleslaw Stachowiak“ ist zum Preis von 5 € in der Buchhandlung im Maifeld erhältlich.

 

Als letzte Veranstaltung in diesem Jahr konnten wir noch unter 2G+ Bedingungen das Gedenken zur Reichspogromnacht am 9. November begehen. Nach einem Gottesdienst in der Stiftskirche gedachten wir auf dem Platz vor der Synagoge der jüdischen Opfer der Shoa aus Münstermaifeld. Nach einem Musikstück, vorgetragen von Andrea Feld, fand Frau Beigeordnete Claudia Scholl in Vertretung der Bürgermeisterin eindringliche Worte zum zunehmenden Antisemitismus und Rassismus.

Ein Brief der Ilse Kaufmann aus Argentinien an ihre Schwester Nora in Palästina aus dem Jahr 1941 gab einen Einblick in die verzweifelte Situation der in drei Kontinenten lebenden Familie Kaufmann. In einer kurzen Ansprache ordnete Herr Fuhrmann den Brief historisch ein. Mit der Verlesung der Namen der Münstermaifeld Opfer, Kaddisch und El male rachamim gesprochen von Herrn Dorr, und dem Aramäischen Segen ging die würdevolle Veranstaltung zu Ende.

 

Nun bleibt mir nur noch Ihnen und Ihren Angehörigen eine schöne restliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtfest zu wünschen. Kommen Sie gut ins neue Jahr 2022, das uns hoffentlich auch ein Ende der Pandemie bringen wird. Bleiben Sie gesund, damit wir uns im nächsten Jahr unter besseren Bedingungen wieder sehen könne.

 

Herzliche Grüße

Ulrike Elz-Eichler