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                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Münstermaifeld am 8. November 2018

 

In der Stiftskirche begann für uns mit dem ökumenischen Gottesdienst der Abend des Gedenkens. Pfarrer Guido Lacher für die Pfarrgemeinschaft Maifeld und Pfarrer Ingo Schrooten für die Evangelische Kirchengemeinde Maifeld hielten den Gottesdienst. Jungen und Mädchen, die sich auf die Konfirmation vorbereiten, erzählten von dem, was sie in der Begegnung mit den Taten vor 80 Jahren betroffen gemacht hatte.

Beim Auszug aus der Kirche erhielten wir eine Kerze und von Schülerinnen des Kurfürst Balduin Gymnasiums nach einem jüdischen Rezeptbuch gebackene “Königin Esther Plätzchen“. Das Gebäck erinnerte uns daran, dass wir mit der Ermordung der Menschen auch einen Teil unserer Alltagskultur verloren haben.

War der Gottesdienst der mahnenden Erinnerung gewidmet, so nahm der Halt am Marktplatz die Gegenwart mit ihren Bedrohungen in den Blick. Die Schüler/innen des Gymnasiums mit ihrem Religionslehrer Martin Müller hatten auf dem Pflaster des Platzes die Umrisse des Davidsternes vorbereitet. Wir stellten die angezündeten Kerzen auf die Vorlage. So verneigten wir uns vor den mit dem “Judenstern“ Geschändeten und bezeugten Solidarität mit allen, die heute wieder geschmäht und verfolgt werden.

Empfangen von Klezmermusik erreichten wir die ehemalige Synagoge. Nicht alle der zahlreichen Teilnehmer der Gedenkfeier fanden Platz in dem Saal. Nach der Verlesung der Namen der Opfer des Holocaust aus Münstermaifeld sprach Arye Straus das Kaddisch. Er war für diesen Abend mit seiner Frau aus Israel gekommen. Seine Mutter, Erna Kaufmann, zu Hause in Münstermaifeld in der Bornstraße 9, konnte sich mit ihrem Mann nach Argentinien retten. Seine Großmutter Selma und seine Urgroßmutter Bertha wurden ermordet. Mit dem Aaronitischen Segen verließen wir die ehemalige Synagoge,

Auf dem Vorplatz sahen wir auf die Pulttafel, die von der Geschichte der Synagogengemeinde Münstermaifeld erzählt. Sie war in der Halloweennacht mit Hakenkreuzen beschmiert worden.

 

Wolfgang Fuhrmann

 

 

 

Für die Gedenkfeier zeichnen verantwortlich: Förderverein Synagoge Münstermaifeld

Pfarrgemeinschaft Maifeld

Evangelische Kirchengemeinde Maifeld

 

Für die musikalische Begleitung in der Synagoge danken wir dem Blockflötenensemble “viva la musica“, für das Orgelspiel in der Stiftskirche Stephan Ring.

Für die Fotos bedanken wir uns bei Ruth Cremer, Polch.