Schebenstraße

Die Bornstraße abwärts quert die Schebenstraße. Das vorletzte Haus vor der Einmündung in die Severusstraße mit der Nr.4 gehörte dem Viehhändler David Rudolf Kaufmann (1), auf dem Foto vor dem Haus. Seine Frau Emma war schon 1904 verstorben, er starb 1934. Von seinen11 Kindern starben vier als Kleinkinder, sein Sohn Isidor fiel 1917. Sein Sohn Hermann, ebenfalls im 1.Weltkrieg Soldat, konnte sich in die Schweiz retten und ging nach dem Krieg in die U.S.A. Die Töchter Gerda, Berta, Flora und Johanna überlebten in London. Seine Tochter Else ist in Frankfurt/M bei Verwandten aufgewachsen, über ihr Schicksal ist nichts bekannt. Davids Bruder Siegismund war 1880 in die USA ausgewandert, ging 1890 nach England und gründete in London eine Manufaktur für Lederwaren, die sich unter seinem Sohn Alex, seit 1939 Alex Shilton, zu einem Weltunternehmen entwickelte. Siegismund ermöglichte nicht nur die Flucht seiner Nichten, sondern auch die Rettung der Enkelinnen seiner Schwester Bertha (Untertorstraße 9): Erna, Ilse und Nora. Auf dem Foto (2) in der 2. Reihe in der Mitte Siegismund, vorne links Alex, hinter dem Stuhl rechts Berta, die Tochter des David Rudolf, in London 1936. Alex Shilton war als englischer Soldat 1942 im Lager Hohenfels zur gleichen Zeit Kriegsgefangener als seine Tante Bertha in Theresienstadt starb. Von den Geschwistern des David Rudolf kennen wir das Schicksal seiner Schwester Bertha und ihrer Familie (Untertorstraße 9). Die Familien seines Bruders Siegismund, wie auch die seines Bruders Simon kamen durch Auswanderung nach England Ende des 19.Jh. nicht in Gefahr. Dagegen ist die Familie seines Bruders Samuel vollständig ausgelöscht worden. (Siehe Alex Kaufmann, Pilligertorstraße 10).

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